Usenet – Sicher und Anonym downloaden

Wer den richtigen Usenet-Provider wählt und die nachfolgenden Sicherheitshinweise beachtet, kann sich alles, was er sucht, schnell, sicher und anonym downloaden

Was ist dabei zu beachten?

1.)Zunächst sollte man darauf achten, dass der Usenet-Provider eine gesicherte Verbindung per SSL anbietet. Dieses Verschlüsselungsverfahren nutzen auch Webbrowser beim Online-Banking. So ist sichergestellt, dass niemand die Verbindung zwischen dem eigenen PC und dem Usenet-Provider abhören kann, selbst der Internet-Provider kann nicht nachvollziehen, was man herunterlädt. 

2.) Die nächste mögliche Sicherheits-Schwachstelle ist der Usenet-Provider selbst. Sitzt dieser in Deutschland, ist er aufgrund des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet, die Verbindungsdaten seiner Kunden zu speichern, dazu gehören etwa der User-Name, der Zeitpunkt des Ein- und Ausloggens und die benutzte IP-Adresse. Betroffen davon sind zum Beispiel die bekannten deutschen Usenet- Provider Usenext und United Newsserver. Beide Unternehmen versichern jedoch, dass man nicht erfasse, was sich der Kunde herunterlädt. Nur das jeweils verbrauchte Datenvolumen (“Traffic”) würde – je nach Tarif – mitgeloggt.

Dem mag man durchaus Glauben schenken, denn die Downloads sind in der Regel in viele Segmente aufgeteilt, die erst am eigenen PC wieder zur ursprünglichen Datei zusammengesetzt werden. Allein dieses Mitprotokollieren würde für einen Usenet-Provider einen immensen Speicheraufwand bedeuten, ganz abgesehen davon, dass ihm sofort der Großteil seiner Kunden abspringen würde, sollte bekannt werden, dass geloggt wird. Wer der Vorratsdatenspeicherung kritisch gegenübersteht, sollte deshalb einen Provider wählen, dessen Gerichtsstand außerhalb Deutschlands liegt. Den Provider zur Herausgabe von Daten zu bewegen, ist dann deutlich schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich.

Provider wie Firstload oder UsenetNL haben Ihren Firmensitz etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Italien und sind nicht von der Speicherpflicht betroffen. Aber auch in Europa gibt es Unterschiede: Die Niederlande gelten derzeit als Geheimtipp. Zwar musste auch hier die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umgesetzt werden, anders als in Deutschland sind die Usenet-Provider dort aber nicht davon betroffen. Selbst wenn man sich für einen ausländischen Provider entscheidet, stößt man nun auf ein weiteres Sicherheitsrisiko.

3.) Während sich die Kundendaten wie Name und Adresse mit ein wenig Kreativität leicht fälschen lassen – die Usenet-Provider sind nicht verpflichtet die Angaben zu überprüfen, die Daten müssen nur stimmig sein – spätestens beim Bezahlen muss sich der Kunde zu erkennen geben. Da meist nur Kreditkarte, Lastschrift oder Paypal akzeptiert werden, landet man letztendlich doch mit seinen realen Daten in der Kundenkartei des Usenet-Providers. Diese Daten könnten, etwa aufgrund einer Razzia beim Provider, in die Hände von Ermittlungsbehörden fallen: ein sicherlich beunruhigendes Gefühl für Betroffene, selbst wenn diese immer nur legale Dateien gesaugt haben.

Doch die Downloads aus dem Usenet sind ungefährlich. Während es in P2P-Systemen wie BitTorrent oder eMule – wie zuvor erwähnt – immer eine IP-Adresse, einen Zeitstempel sowie eine urheberrechtlich geschützte Datei gibt, aufgrund derer ein Strafantrag gestellt werden könnte, fehlt es beim Usenet an verwertbaren Daten. Rechteinhaber können zwar feststellen, dass das Material im Usenet angeboten wird, doch wer die Daten geladen hat, entzieht sich ihrer Kenntnis. Egal, was man letztendlich sucht, mit den oben genannten Sicherheitstipps kann man anonym aus dem Usenet herunterladen. 

Natürlich muss der Downloader zusätzliche Gebühren für den Usenet-Provider berappen, doch im Vergleich zum möglichen Ärger, der beim P2P-Tausch droht, sicher ein Investment, das gut angelegt ist. Dass das Usenet derzeit sicher ist, zeigte sich Anfang November bei einer Tagung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e. V. (GVU).


Ein Vor-Ort-Bericht des Szene-Forums Gulli (www.gulli.com) belegt, dass die dort geladenen Abmahner, Rechteinhaber und Piratenjäger bis jetzt kein probates Mittel gegen das Usenet gefunden haben. Die dezentrale Struktur dieses Netzwerks macht eine Überwachung praktisch unmöglich.   

Checkliste: So lädt man anonym aus dem Usenet

Ausländischen Usenet-Provider wählen Aufgrund der in Deutschland geltenden Vorratsdatenspeicherung, ist ein niederländischer oder ein außereuropäischer Usenet-Provider sicherer. Wer also auf Nummer sicher gehen will nutzt Usenet.NL ( San Marino ) oder Firstload.de ( Dubai )

Anonyme E-Mail-Adresse verwenden Ebenfalls wegen der Vorratsdatenspeicherung sollte man sich dort nur mit einer anonymen E-Mail-Adresse anmelden. Ein außereuropäischer Webmail-Provider mit SSL-Verbindung ist ratsam. Eine Übersicht von Freemail-Anbietern finden Sie unter www.fepg.net/foreign.html

Immer nur verdeckt bezahlen Um nicht in der Kundendatenbank des Usenet- Provider zu laden, sollte man nicht mit Kreditkarte oder Paypal bezahlen. Einige Provider erlauben anonyme Bezahlsysteme wie Paysafecard, Moneybookers, ClickandBuy oder Geld- Karte (eigenes Kartenlesegerät erforderlich). Einige Provider verlangen Ihre Bankdaten für die Aktivierung der 14 tägigen Testphase. Diese können Sie problemlos angeben, da die Daten nach Beendigung des Gratis-Test wieder gelöscht werden.

Verbindung mit SSL verschlüsseln SSL (Secure Sockets Layer) ist ein Verschlüsselungsprotokoll. Es sorgt für eine vor Zugriffen von außen geschützte Datenübertragung zwischen dem eigenen PC und dem Download-Server. Sofern der Usenet-Provider es unterstützt, muss SSL im Newsreader aktiviert werden. Firstload.de, Usenext.de sowie Usenet.nl bieten eine SSL Verschlüsselung an.

Wer generell Anonym im Internet unterwegs sein möchte, dem empfehlen wir einen VPN-Zugang

Was ist ein VPN?

Die Abkürzung VPN steht für Virtual Private Network. Das Virtuelle Private Netzwerk wird häufig genutzt um möglichst anonym im Netz zu surfen und keine privaten Spuren in Form der eigenen IP-Adresse zu hinterlassen. Durch das VPN ist es mögich eine fremde IP – Adresse zu verwenden. Verwendet man zum Beispiel eine Adresse aus dem amerikanischen Bereich, so ist es möglich ein im deutschprachigen Youtube gesperrtes Video mithilfe von VPN und der amerikanischen IP- Adresse abzuspielen.

 

Hier findet Ihr eine kleine Auswahl an VPN-Anbietern

 

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